Festival der Menschlichkeit

Seit nun sechs Jahren organisiert das Elmores das „Festival für mehr Menschlichkeit“. Das Elmores ist ein Ort der Begegnung, ein Ort, an dem alle Menschen willkommen sind. Wie wir leben, fällt nicht vom Himmel, sondern das gestalten wir – gemeinsam. Indem wir miteinander reden, uns austauschen, bei Begegnungen auf Augenhöhe. Wenn diese Räume durch das Gefühl der Ohnmacht und Hilflosigkeit zum Schweigen gebracht werden, trocknet Demokratie aus. Orientierungslosigkeit, Angst, Unsicherheit machen sich breit, es wird eng, feindselig, Gesellschaft spaltet sich und die Sehnsucht nach einfachen Lösungen breitet sich aus. Dem möchten wir gemeinsam mit unseren Gästen etwas entgegensetzen. Mit Lust und Liebe und viel Spaß für alle, die dabei sind.

Gemeinsam mit Künstler*innen, Expert*innen und Betroffenen laden wir Euch dieses Jahr zum zweiten Mal zu einem „democracy space“ ein: gemeinsam zu diskutieren, vielleicht auch mal mit Menschen, die (noch) nicht an Eurem Tisch sitzen, Eure Meinung kundzutun und sichtbar zu machen und nicht nur Denkanstöße mitzunehmen, sondern auch Eure Ideen für alle sichtbar zu machen. Lasst uns gemeinsam etwas bewegen!

Wir freuen uns, wenn Ihr auch in diesem Jahr wieder dabei seid!

Was bedeutet Menschlichkeit für uns?

Wer wollen wir sein – ein Rädchen im Getriebe oder eher der Sand?

Wie viel Ausgrenzung, Unmenschlichkeit und Zerstörung leisten wir uns?

Wer hat wieviel Menschlichkeit verdient? Sind (wir?) alle gleich wichtig?

Im Democracy Space wird die Öffentlichkeit ein politischer Ort. Alle sind dabei, die Interesse zum gemeinsamen Denken, Diskutieren, Zuhören und Handeln haben. „Wir wollen raus aus dem Gefühl der gesellschaftlichen Ohnmacht, der politischer Resignation und dem Populismus“, erklärt Stefan Steinhausen, Gründer des Elmores. An den Festivalstagen  Samstag und Sontag steht das Mitmach-Mobil des Kolping-Netzwerks für Geflüchtete vor dem Elmores.

Wir laden euch ein, mit ganz anderen Leuten zu reden, zuzuhören und euch auszutauschen. Raus aus euren Blasen und rein ins Elmores-Abenteuer!

Kinderprogramm:

Sowohl Samstag als auch Sonntag könne sich die Kinder schminken lassen, sich auf der Hüpfburg austoben oder sich von Oskar dem Clown begeistern lassen.

Freitag, 28. Juni

Das Festival der Menschlichkeit beginnt mit einem Kleinkunstabend ab 19 Uhr: Bühne frei für junge Künstler*innen aus der Region und alle, die sich trauen, sich mit ihrer Kunst zu zeigen.

Samstag, 29. Juni

Geöffnet ist das Elmores am Samstag ab 13 Uhr. Los geht das Festival der Menschlichkeit um 13:30 Uhr mit einem Thema, das auf den ersten Blick ganz unpolitisch wirkt: „Wenn mensch nicht mehr funktioniert: unser Umgang mit psychischen Krankheiten“. Dieses Thema ist für viele Menschen existentiell wichtig, weil sie entweder selbst betroffen sind oder Menschen, die ihnen am Herzen liegen. Zwischen Tabu und Hilflosigkeit bewegt sich dieses „nicht-funktionieren“ in der Leistungsgesellschaft. Damit ist das Thema alles andere als unpolitisch, denn nur wenn es gelingt, Tabus aufzubrechen, beginnen wir Leistungsdruck und Profit wieder zu dem zu machen, was es sein sollte: angemessen, menschenwürdig und lebensdienlich.

Eingeladen sind Expert*innen aus der Selbsthilfe. Es geht darum, Tabus und Isolation aufzubrechen und zu diskutieren, wie Betroffenen geholfen werden kann, zu zeigen, wie vielfältig gute Hilfsangebote sind und wie sie in Anspruch genommen werden können.

Ab 16:30 Uhr dann das Thema Flucht. Ein Grundrecht, dass die Eltern des Grundgesetzes unter dem Eindruck von Millionen Menschen, denen es nicht gelang, vor dem Naziregime und dem Holocaust zu fliehen, zu einem unserer wichtigsten Werte gemacht haben. Unsere Demokratie steht auf diesem Grundgesetzt und sie wird Schritt für Schritt ausgehöhlt.

Kurt Schiwy berichtet von seinen Erfahrungen bei Seawatch. Mitarbeiter*innen des Bleibewerks Bonn erzählen aus ihrer Praxis bei der Unterstützung von Geflüchteten in Deutschland und das Netzwerk für Geflüchtete Kolping stellt seinem Mitmach-Mobil vor, dass während des Festivals der Menschlichkeit vor dem Elmores steht. Auch die Gäste kommen zu Wort. Welche Sorgen gibt es bei dem Thema, wo liegt die Hilflosigkeit, was kann man tun? Welche Vorbehalte gibt es vielleicht auch und wie gehen wir damit um?

Ab 18 Uhr begeistert Violalex mit seinem Konzert „Solo violin performance – von Punk bis Free Jazz“ das Publikum im Elmores nicht zum ersten Mal.

Um 19 Uhr wird der aktuelle Kinofilm GREEN BORDER gezeigt: Nach ihrer Flucht vor dem Krieg unternimmt eine syrische Familie eine anstrengende Reise nach Schweden. An der Grenze zwischen Weißrussland und Polen hängt sie fest, zwischen Ost und West.

Übersicht:
  • 13 – 19 h    Villa Laurentius, „Gerne Anders“ Jugendprojekt zu Queerness begleitet das Festival und steht für Infos und Diskussionen zur  Verfügung.
  • 13:30 h     Unser Umgang mit psychischen Krankheiten
  • 15:00 h          Bernhard Immisch, Traumzeit, ein Konzert für Flöte und Didgeridoo
  • 16:00 h          Thema Flucht: Seawatch, Bleibewerk Bonn und Kolping Netzwerk für Geflüchtete
  • 18:00 h          Violalex: Solo violin performance – von Punk bis free Jazz
  • 19:00 h          Film Green Border
Sonntag, 30. Juni

Um 12 Uhr geht es weiter mit dem Thema Klimakatastrophe. Expert*innen und Aktivistinnen von Extinction Rebellion stellen ihre Arbeit vor und loten gemeinsam mit den Elmores-Gästen aus, was direkt vor der eigenen Türe, auf den Straßen und mit Aktionen getan werden kann.

15 Uhr: Die Windecker Bürgermeisterin Alexandra Gauß macht den Auftakt und diskutiert, warum sie sich politisch engagiert und was ihr dabei besonders wichtig ist. Gemeinsam wird der Frage nachgegangen: Was bedeutet Demokratie leben, nur zur Wahl gehen? Sicher nicht. Wir sind alle aufgefordert aktiv zu sein, mitzugestalten und diskutieren an Elmores-Biertischen darüber, wie wir uns in der Gesellschaft einbringen können. Wo ist der Frust, wo ist die Lust an der Demokratie und welches sind überhaupt unsere Themen? Die Ergebnisse werden in Wandzeitungen am Bauzaun festgehalten.

Übersicht:
  • 11:00 h      Das Elmores öffnet
  • 12:00 h      Klimakatastrophe – Expert*innen und Aktivistinnen von Extinction Rebellion
  • 14:00 h      Bodhi, der Barde
  • 15:00 h      Thema Demokratie mit der Windecker Bürgermeisterin Alexandra Gauß
  • 17:00 h      Driftwood: Reggea-Folk aus Australien und Köln zum Tanzen und Seele baumeln lassen
  • 18:00 h      Neckar Ganga im Kabelmetall direkt neben dem Elmores